Datenanalyse
Einordnung
Unter Datenanalyse wird im Kontext einer Einsatzsoftware die Auswertung bereits erfasster Daten verstanden.
Ziel der Analyse ist es, vorhandene Informationen nach bestimmten Kriterien zu filtern, zu gruppieren oder zu zählen, um daraus relevante Erkenntnisse für die Lagebewertung zu gewinnen.
Die Datenanalyse baut somit direkt auf der Datenerfassung auf und liefert eine Grundlage für Datenvisualisierung.
Die Gestaltung der Analysefunktionen muss sich dabei ebenfalls am mentalen Modell der Helfer orientieren.
Ort der Datenanalyse
Die Datenanalyse erfolgt primär an festen Arbeitsplätzen innerhalb der Führungsstruktur eines Einsatzes.
Typische Orte hierfür sind unter anderem:
- Arbeitsplätze in Führungsfahrzeugen
- Arbeitsplätze in Zelten oder Gebäuden
- Lage- und Koordinierungsstellen
- remote arbeitende Unterstützungsstrukturen (z.B. VOST)
In bestimmten Situationen kann eine Datenanalyse auch auf Tablets durchgeführt werden, beispielsweise durch Fachberater oder vergleichbare Funktionen.
Eine umfassende Datenanalyse direkt im Einsatzraum über Smartphones ist hingegen in der Regel nicht sinnvoll.
Der Grund liegt insbesondere darin, dass Analyseaufgaben häufig größere Bildschirme und eine strukturierte Arbeitsumgebung erfordern.
Typische Fragestellungen
Die Datenanalyse dient dazu, konkrete Fragen zur aktuellen Lage zu beantworten.
Beispiele für typische Fragestellungen sind:
- Wie viele Einheiten eines bestimmten Typs befinden sich im Einsatzgebiet?
- Wie viele Einsatzkräfte sind aktuell in einem bestimmten Einsatzabschnitt tätig?
- Wie groß ist das betroffene Einsatzgebiet?
- Welche Ressourcen sind aktuell verfügbar oder gebunden?
Die Analyse erfolgt dabei stets auf Basis der bereits erfassten Daten.
Analyseebenen
Die Analyse kann auf unterschiedlichen Ebenen erfolgen.
Analyse im Zugtrupp
Innerhalb eines technischen Zuges reicht es häufig aus, wenn die Daten zentral im Zugtrupp analysiert werden können.
Der Zugtrupp benötigt beispielsweise Informationen zu:
- eingesetzten Kräften
- verfügbaren Fahrzeugen
- laufenden Maßnahmen
- Schäden und Gefahren
Analyse auf Führungsebene
Auf übergeordneten Führungsebenen ist die Datenanalyse typischerweise umfangreicher.
Beispiele hierfür sind:
- Führungsfahrzeuge
- Lage- und Koordinierungsstellen
- überregionale Unterstützungsstrukturen
Hier werden Daten häufig aus mehreren Einsatzabschnitten zusammengeführt.
Remote-Analyse
In bestimmten Situationen können Teile der Analyse auch durch externe Unterstützungsstrukturen erfolgen.
Beispiele hierfür sind Analyse- oder Unterstützungsgruppen, die nicht direkt im Einsatzraum arbeiten (z. B. VOST).
Diese Strukturen können insbesondere dann hilfreich sein, wenn größere Datenmengen ausgewertet werden müssen.
Anforderungen an die Benutzeroberfläche
Da Analyseaufgaben in der Regel komplexer sind als die Datenerfassung, stellen sie höhere Anforderungen an die Benutzeroberfläche.
Insbesondere müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- ausreichend große Bildschirme
- übersichtliche Tabellenstrukturen
- klare Filtermöglichkeiten
- einfache Gruppierungsfunktionen
Die Bedienung muss dennoch möglichst einfach bleiben und dem mentalen Modell der Helfer entsprechen.
Vorgefertigte Auswertungen
Viele Analysefragen treten in Einsätzen regelmäßig auf.
Es ist daher sinnvoll, häufig benötigte Auswertungen bereits vorab als vordefinierte Abfragen bereitzustellen.
Beispiele hierfür sind:
- Anzahl eingesetzter Kräfte
- Anzahl eingesetzter Fahrzeuge
- Verteilung von Einheiten auf Einsatzabschnitte
- Übersicht verfügbarer Ressourcen
Solche vorbereiteten Auswertungen erleichtern die Nutzung für Anwender mit geringerer Erfahrung.
Flexible Auswertungen
Neben vorgefertigten Analysen sollte eine Einsatzsoftware auch flexible Auswertungen ermöglichen.
Dies erlaubt es erfahrenen Nutzern, neue Fragestellungen zu untersuchen, die nicht bereits im System vorgesehen waren.
Die Bedienung solcher Funktionen muss dennoch möglichst einfach bleiben.
Schlussfolgerung
Die Datenanalyse ist ein zentrales Werkzeug zur Unterstützung der Lagebewertung im Einsatz.
Sie ermöglicht es, aus bereits erfassten Informationen strukturierte Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Analyse findet überwiegend an Arbeitsplätzen innerhalb der Führungsstruktur statt und erfordert daher geeignete Benutzeroberflächen und ausreichend große Bildschirme.
Wie auch bei anderen Komponenten der Einsatzsoftware muss die Gestaltung konsequent am mentalen Modell der Helfer orientiert sein.
