Datenvisualisierung

Einordnung

Die Datenvisualisierung ist ein zentraler Bestandteil digitaler Einsatzsysteme. Sie dient dazu, vorhandene Informationen so darzustellen, dass Einsatzkräfte eine Lage schnell erfassen und bewerten können.

Für die Datenvisualisierung gelten grundsätzlich die gleichen Anwendungsszenarien wie für die Datenanalyse.

Zusätzlich entstehen jedoch weitere spezifische Anwendungsfälle, insbesondere für größere Anzeigen im Führungsbereich.

Die Gestaltung der Visualisierung muss sich dabei am mentalen Modell der Helfer orientieren.

Typische Einsatzorte der Visualisierung

Typische Orte für die Darstellung visualisierter Daten sind insbesondere:

  • große Wandmonitore in Lage- und Koordinierungsstellen
  • Statusdisplays im Bereich von Zugtrupps oder vergleichbaren Führungsstrukturen
  • automatisiert erzeugte Lagemeldungen, beispielsweise als PDF-Dokumente

Diese Darstellungsformen dienen primär der gemeinsamen Lageübersicht und der Unterstützung von Entscheidungen.

Bedeutung für Führungsprozesse

Visualisierte Daten unterstützen insbesondere folgende Aufgaben:

  • Erkennen von Entwicklungen in der Lage
  • Bewertung von Gefahren
  • Priorisierung von Maßnahmen
  • Kommunikation zwischen Führungsebenen

Die Darstellung muss dabei so gestaltet sein, dass sie mit dem mentalen Modell der Helfer kompatibel ist.

Das bedeutet insbesondere, dass Informationen möglichst lageorientiert dargestellt werden.

Visualisierung auf Smartphones

Eine umfassende Datenvisualisierung auf Smartphones ist im Einsatz in der Regel nicht sinnvoll.

Die Gründe hierfür sind unter anderem:

  • hoher Implementierungsaufwand bei geringem praktischen Nutzen
  • potenzielle Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe
  • zu kleine Bildschirme für komplexe Lagevisualisierungen

Ausgenommen hiervon ist die Darstellung der mit dem Smartphone selbst erfassten Daten.

Beispiele hierfür sind:

  • Anzeige aufgenommener Fotos
  • Darstellung eigener Messwerte
  • Anzeige eigener Positionsdaten

Diese Informationen dienen primär der unmittelbaren Überprüfung der Datenerfassung.

Typische Datenquellen

Die Datenvisualisierung kann eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen integrieren.

Dazu gehören unter anderem:

  • Geodaten
  • Sensordaten (z. B. Pegelstände, Erdbeben oder Strahlungsmessungen)
  • durch Smartphones erfasste Einsatzdaten
  • durch Funktechnik erfasste Positionsdaten
  • Wetterdaten
  • Statusinformationen von Einheiten

Diese Daten können aus unterschiedlichen technischen Systemen stammen und müssen daher konsistent zusammengeführt werden.

Grundsätze der Datenvisualisierung

Für die Darstellung von Einsatzdaten gelten mehrere grundlegende Prinzipien.

Darstellung von Fakten

Visualisierungen müssen ausschließlich überprüfbare Fakten darstellen.

Annahmen oder Interpretationen dürfen nicht automatisch durch Software erzeugt oder dargestellt werden.

Die fachliche Bewertung einer Lage ist immer Aufgabe von Menschen.

Transparenz des Datenzeitpunkts

Zu jedem visualisierten Datensatz muss der Zeitpunkt der Erfassung eindeutig erkennbar sein.

Dies ist notwendig, damit Einsatzkräfte jederzeit beurteilen können, wie aktuell eine Information ist.

Zeitstempel sind daher ein zwingender Bestandteil jeder Darstellung.

Reduktion der Komplexität

Visualisierungen müssen möglichst einfach gestaltet sein.

Eine zu große Informationsdichte kann dazu führen, dass wichtige Inhalte übersehen werden.

Die Gestaltung sollte daher dem mentalen Modell der Helfer folgen und sich auf wesentliche Informationen konzentrieren.

Klare visuelle Strukturen

Wichtige Informationen müssen schnell erkennbar sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • klare Symbolik
  • konsistente Farbgebung
  • verständliche Legenden
  • eindeutige Beschriftungen

Diese Elemente unterstützen eine schnelle Lageerfassung unter Einsatzbedingungen.

Schlussfolgerung

Datenvisualisierung ist ein wichtiges Werkzeug zur Unterstützung von Führungsprozessen im Einsatz.

Die Gestaltung muss sich dabei an den Arbeitsweisen und kognitiven Modellen der Einsatzkräfte orientieren.

Insbesondere das mentale Modell der Helfer bildet eine zentrale Grundlage für die Gestaltung verständlicher und praxisnaher Visualisierungen.